Kreisbauernverband Havelland e.V.
 

Diese Seite ist eine Baustelle zum Mitmachen. Der Geschäftsführer a.D., Erhard Lücke, fasst in aller Kürze die Historie des Verbandes in Jahresabschnitten zusammen. Das erfolgt Schritt für Schritt. Wir freuen uns über interessierte Leser, Hinweise für Korrekturen und konstruktive Anregungen.

2001

Niemand konnte sich das vorstellen, was Anfang des Jahres 2001 passierte. In Deutschland gab es den ersten BSE-Fall. Auch im Landkreis Havelland gab es einen Fall, der der erste dieser Art im Land Brandenburg war. Der Vorstand des Kreisbauernverbandes hatte auf einer außerordentlichen Sitzung den Sachverhalt mit dem Leiter des betroffenen Betriebes, das Gut Hertefeld, mit Vertretern des Landesbauernverbandes und mit Vertretern der Kreisverwaltung beraten. 

Nur kurze Zeit später brach in den Niederlanden eine Maul- und Klauenseuche aus. In der Folge wurde die geplante USA-Studienreise abgesagt, weil seitens der amerikanischen Kollegen zu große Bedenken bestanden.

2000

Zahlreiche Gespräche zur Weiterentwicklung der Schutzgebiete prägten das Jahr 2000, unter anderem mit Minister Wolfgang Birthler, Udo Folgart und dem Vorstand des Kreisbauernverbandes. Zumeist ging es um die Umsetzung des EU-Programms Natura 2000, mit seinen Bestandteilen Lebensraumtypen (FFH) und Vogelschutz (SPA).

Unter Leitung von Udo Folgart reiste zum sechsten Mal eine Delegation des Kreisbauernverbandes in die USA. Die Lernreise führte von New Orleans über Alabama und North Caroline nach Washington DC. Zur Delegation gehörte unter anderem Landrat Dr. Burkhard Schröder.

1999 

Das herausragende Ereignis war sicher der Deutsche Bauerntag in Cottbus, an dem fünf Delegierte aus dem Havelland teilnahmen. Einer der Hauptredner war Bundeskanzler Gerhard Schröder, der in einem Grußwort die Bauern so wütend machte, dass bayrische Bauern ihm symbolisch mit freiem Oberkörper das „letzte Hemd“  überreichten.

1998

Auf einer Winterschulung am 15. Januar referierte u.a. Herr Hugger (BVVG) über Verfahrensweisen „formgebundener Anträge als Prüfungsvoraussetzung“ bei Flächenerwerb bei der BVVG. Im Landkreis Havelland waren zu der Zeit etwa 30.000 ha zu privatisieren. Davon gab es für ca. 70 Prozent ein „Vorverkaufsrecht“ in NSG-Gebieten durch das Land bzw. für Naturschutzverbände. Seitens der Landwirte wurde deutlich kritisiert, dass „dafür vornehmlich Steuergelder verwendet werden“.  

Die Mitgliederversammlung am 1. Juli beschließt eine namentliche Kandidatenliste für die Wahl zum Kreistag 1998. Für die Wählergruppe „Bauern“ kandidieren in fünf Wahlkreisen insgesamt 23 Mitglieder des Kreisbauernverbandes. Im Ergebnis der Wahlen zum Kreistag Havelland wurden vier Vertreter des Kreisbauernverbandes in den Kreistag gewählt und bildeten eine eigene Fraktion. Fraktionsvorsitzender war Gerhard Stackebrand. Die weiteren Mitlieder waren Udo Folgart, Frank Wensche und Erhard Lücke.

Zum Abschluss des Jahres berieten sich neun Junglandwirte über ihr zukünftiges Engagement im Kreisverband. Dieses Zusammentreffen stellt rückblickend eine Weichenstellung. Die Treffen der Junglandwirte haben sich in den Folgejahre kontinuierlich entwickelt.               

1997

Der 3. Landesbauerntag fand in Legde in der Prignitz statt. Aus dem Havelland nahmen 24 Delegierte teil. Darunter war auch Junglandwirt Jens Schmücker aus Spaatz, der zu den Teilnehmern über die wirtschaftliche Situation der Bauernfamilien in Schutzgebieten sprach. Auf diesem Bauerntag wurde auch Dieter Arnold aus Kietz zum Vizepräsidenten des Landesbauerverbandes wiedergewählt.           

Vom 13. bis 21. Oktober 1997 besuchte zum dritten Mal eine Delegation den US-Bundesstaat Alabama. In der 23-köpfigen Delegation waren viele Junglandwirte vertreten, darunter Sven Balmer, Dirk Neumann, Thomas Richter, Jens Schmücker und Dirk Peters. Liane Wandrey feierte in den USA ihren 35. Geburtstag.

Auf einer Beratung am 16. Dezember 1997 äußert sich der Abteilungsleiter Dr. Mader vom Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung Brandenburg MUNR wie folgt: „ Wir verfügen nicht mehr über finanzielle Mittel, um naturschutzrechtliche Einschränkungen auszugleichen.“

1996

Einige Vertreter des Kreisbauernverbandes haben sich am 7. März 1996 mit dem Umweltminister Matthias Platzeck in Buschow zu einem Meinungsaustausch getroffen. Thema waren der Natur- und Landschaftsschutz und daraus zu erwartende Einschränkungen für die Landwirtschaft.

Am 1. April 1996 gründete sich aus der R&V-Versicherung heraus die VVB, Vermittlungs- und Versicherungsgesellschaft GmbH, beim Landesbauernverband Brandesburg e.V. 

Gemeinsam mit dem Leiter des Amtes Landwirtschaft der Kreisverwaltung, Karl Eule, und anderen Fachleuten organisierte der Bauernverband erstmals eine Beratung zu Hanfanbau und -verwertung. 

Das Thema „Wasser“ wurde unter dem besonderen Aspekt der Schöpfwerke in einer Beratung in Rhinow im September besprochen. So hob Vorstandsmitglied Dieter Arnold aus Kietz heraus, dass Schöpfwerke in der Region eine Lebensfrage seien. Es wurden Eigentums-, Finanzierungs- und Nutzungsfragen intensiv diskutiert. Manfred Rogge aus Großderschau stellte dabei heraus, dass bei Hochwasser die Landeshoheit in Kraft trete und auch die Kosten durch das Land zu tragen seien. 

Auf der Vorstandssitzung des Bauernverbandes am 28. November 1996 informierte Amtsleiter Karl Eule darüber, dass die Gänseschäden aus der Saison 1995/96 im Landkreis nachweislich 2,5 Mio. DM betragen und das „ … heute die Ausgleichszahlung der Bundeskasse an die Betriebe überwiesen wird.“

1995

Im Gründungsjahr 1995 nahm der Verband die gewöhnliche Geschäftstätigkeit für die berufsständische Arbeit auf. Rückblickend sind aus diesem Jahr zwei besondere Ereignisse hervorzuheben.

Auf Vorschlag des Landesbauernverbandes Brandenburg konnte der Vorstand des Kreisverbandes Brigitte Böhme vom Milchgut Bahnitz als ehrenamtliche Richterin des Senats für Landwirtschaftssachen beim Bundesgerichtshof in Kalsruhe gewinnen. Frau Böhme führte diese Aufgabe bis zum Dezember 2006 aus. Ab Januar 2007 konnte der Verband für diese Aufgabe den Vorsitzenden der Agrargenossenschaft Friesack eG, Volker Karle, im Interesse der Brandenburger Landwirte empfehlen.  

1995 begann eine besondere Erfolgsgeschichte des Kreisbauernverbandes, die sich auch im bundesweiten Vergleich zum Alleinstellungsmerkmal entwickelte. Mit einer Delegation der Wirtschaftsfördergesellschaft Brandenburg nahm Udo Folgart im Jahr 1993 als Vertreter der Landwirtschaft an einer Studienexkursion in den US-Bundesstaat Alabama teil. Daraus entwickelte sich ein freundschaftlicher Kontakt zur Auburn University in Alabama. Gemeinsam setzen sich die Beteiligten das Ziel, den gegenseitigen Austausch von Studiengruppen zu befördern. In den folgenden 20 Jahren, bis einschließlich 2015, haben mit diesem Austauschprogramm insgesamt 257 Teilnehmer ein oder mehrmals Eindrücke von Land und Leuten, Landwirtschaft und Kultur erleben können. Insgesamt 17 Delegationen des Kreisbauernverbandes Havelland und weiteren 8 Kreisbauernverbänden waren beteiligt. Besucht wurden in diesen 20 Jahren insgesamt 19 Bundesstaaten sowie Washington DC. 

Die Zeit bis 1995

Nach den ersten freien Wahlen zu den Kreistagen im Jahr 1990 wurden im Kreis Nauen Dr. Burkhard Schröder und im Kreis Rathenow Dieter Dombrowski zu den jeweiligen Landräten gewählt. 1990 gründete sich im Kreis Rathenow der Kreisbauernverband Rathenow unter dem Vorsitz von Hans Lehmann und dem Geschäftsführer Hartwig Fox. 1991 gründete sich im Kreis Nauen der Kreisbauernverband Nauen unter dem Vorsitz von Herr Udo Folgart mit dem Geschäftsführer Erhard Lücke.

Mit der brandenburgischen Kreisreform im Dezember 1993 wurde unter anderem der Landkreis Havelland gebildet. Infolgedessen konstituierte sich aus den beiden bestehenden Kreisbauernverbänden Nauen und Rathenow im März 1995 der Kreisbauernverband Havelland e.V.. Als Vorsitzender wurde Udo Folgart gewählt. Dem Vorstand gehörten darüber hinaus Dieter Arnold, Sven Balmer, Hartwig Fox, Detlef Wacker, Frank Wensche, Gerhard Stackebrandt, Brigitte Böhme und Gundula Krause an. Anlässlich der ersten Vorstandssitzung am 03. April 1995 wurde Erhard Lücke zum Geschäftsführer bestellt.